NAWIPAT 5 Kooperation mit der Grundschule
Thema: Wasser - ein Projekt zwischen der Grundschule Walldürn und der Frankenlandschule
Zum 5. Mal in Folge wurde diese "Naturwissenschaftliche Patenschaft" - kurz NAWIPAT - durchgeführt. Ziel dieses Projektes ist es, bei jungen Menschen das Interesse für naturwissenschaftliche Themen und die Freude am Experimentieren zu wecken und zu fördern.
Da Experimentieren an der Grundschule nur eingeschränkt möglich ist, lag die Idee nahe, die gut ausgestatteten
Laborplätze in der Frankenlandschule Walldürn zu nutzen.
Diese Zusammenarbeit existiert seit dem Schuljahr 2006/2007 und wir führen sie auch nach dem Ende des aktiven
Dienstes jährlich fort.
Das diesjährige Thema Wasser stammt aus dem Bildungsplan der Grundschule und ist Teil des Fächerverbundes
Mensch Natur und Kultur.
Wasser ist das einzige Lebensmittel, das durch nichts ersetzt werden kann. Trotz der unvorstellbar großen
Wassermengen - 2/3 der Erde sind von Wasser bedeckt - ist nur ein kleiner Teil davon als "Lebensmittel" nutzbar,
ca. 1,7 % in Form von Süßwasser. Von diesem "Lebensmittel" werden pro Tag und pro Person in Deutschland ca.
120 Liter "verbraucht". Besser wäre der Ausdruck "gebraucht", denn durch den natürlichen Wasserkreislauf wird das
Wasser ständig recycelt.
Der geringste Teil von den 120 Litern - ca. 6 Liter werden zum Trinken und Kochen verwendet. Der Rest "verschwindet"
in der Toilette, wird für Körperpflege, Baden, Duschen, Wäschewaschen, Reinigung und Garten gebraucht.
Warum gerade Wasser eine so herausragende Bedeutung hat, denn ohne Wasser gibt es kein Leben, liegt an seinen
Eigenschaften, die anhand von 11 Versuchsvorschriften untersucht wurden.
Gemeinsam mit freiwilligen Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen wurde das Projekt vorbereitet und durchgeführt. Diese präsentierten Regeln für das Experimentieren, vermittelten wichtige Fakten über Vorkommen und Bedeutung von Wasser, seine vielfältige Verwendung in Haushalt, Industrie, Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Verkehr. Ihre wichtigste Aufgabe aber war die Betreuung der Grundschulkinder beim Experimentieren. Sie selbst lernten hierbei viel durch das Lehren.
Teilnehmer waren die 3. Klassen von Frau Döhling, Frau Münch, Herrn Engel und Frau Boos, aus den Klassen
11/1 Dominik Neeb, Kevin Hefner,
11/2 Dirk Englert, Nicolas Schubert,
11/3 Werner Nahrath,
aus 11/4 Denise Niendorf und Valerie Sartorius.
Jede Klasse experimentierte nach den Vorgaben des 15 seitigen Skriptes, jeweils dienstags und mittwochs von 8:00 Uhr bis ca. 11:30 Uhr.
Eine Reihe von Versuchen beschäftigte sich mit Wasser als Lösungsmittel für feste, flüssige und gasige Stoffe. Deshalb nimmt Wasser Stoffe auf, wenn der Mensch es benutzt. Diese Stoffe sind zum Teil unerwünscht und müssen - auch zum Schutz der Umwelt - wieder entfernt werden.
Ein Versuch zeigte das Reinigen des Wassers durch Versickern in verschiedenen Schichten. Ganz rein wurde es mittels
eines Verfahrens, das man Destillation nennt. Die Leitfähigkeit des Wassers gab Aufschluss über den Fortschritt der
Reinigung.
Wegen der Oberflächenspannung des Wassers - sie ist Ursache für die Tropfenbildung - konnten die Kinder auf einer
Cent-Münze einen "Wasserhügel" bauen. Durch einen Tropfen Seifenlösung wurde der Hügel zerstört. Effektvoll war die
Herabsetzung der Oberflächenspannung einer mit Aluminiumpulver bestäubten Wasseroberfläche. Es sah aus, als ob eine
silberne Gummihaut platzte.
Mit wenig "Superabsorber" konnte sehr viel Wasser in eine gleichsam feste, trockene Form gebracht werden. 1 Gramm dieses Kunststoffes kann ca. 1000 Gramm Wasser binden. Diese Eigenschaft nutzt man z.B. bei den Babywindeln aus.
Im letzten Versuch wurden Blasen aus hauchdünnen Wasserschichten erzeugt - bekannt unter der Bezeichnung "Seifenblasen". Je nach feinfühlig dosierter Luftmenge beim Ausatmen hatten die schillernden Seifenblasen bis zu 10 cm Durchmesser.
Für alle Beteiligten war es Schule, die Spaß macht. Die Kinder staunten über die neue Umgebung, die weiten Gänge und Treppenhäuser, die in den Pausen als Rennstrecken genutzt wurden.
Unsere Schülerinnen und Schüler freuten sich über die Begeisterungsfähigkeit, Spontaneität und Offenheit der Kinder. Bemerkenswert fanden sie die großen Unterschiede im Auffassungs- und Leistungsvermögen. Solche Verschiedenheiten fordern ein hohes Maß an Flexibilität, Einfühlungsvermögen und pädagogischem Geschick. Dieser Herausforderung müssen sich die Kolleginnen und Kollegen der Grundschule Tag für Tag stellen.
Allen Beteiligten machte das Projekt viel Freude, vermittelte Wissen, Erfahrungen und neue Fähigkeiten.
Mit einem neuen Thema, mit neuen Schülerinnen und Schülern, soll diese Zusammenarbeit im kommenden Jahr fortgesetzt
werden.
Unterstützt wurde das Projekt durch die Schulleitungen, die Chemie-Verbände Baden-Württemberg, vertreten durch Herrn
Dr. Pacher, sowie die Firma Raab Vitalfood. Hierfür herzlichen Dank.
Michael und Annegret Schick
Zu den Bildern
Die Versuchsvorschriften