Ausflug nach Heidelberg zur Ausstellung "Gott-weiblich"
Am 23.11.2010 trafen wir, die katholischen Religionsklassen 13/4 und 13/1.2, uns morgens um 11 Uhr am Hauptbahnhof Walldürn mit Frau Glittenberg, um die archäologisch orientierte Ausstellung "Gott-weiblich" in der Jesuitenkirche Heidelberg zu besuchen.
Nach einer kleinen Stärkung in der Altstadt fanden sich alle um 14 Uhr in der Krypta der Jesuitenkirche ein. Zu Beginn der Führung wurde uns erklärt, wie die Idee zu dieser Ausstellung entstanden ist: Im Laufe der letzten Jahre ist das Interesse an Frauen- und Göttinnenidolen aus dem Alten Orient gewachsen ; so wurden zahlreiche Objekte zu diesem Thema als Leihgabe für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Während des Rundgangs durch die Ausstellung sammelten wir viele Eindrücke über rund 250 Exponate, die teilweise bis ins 10. Jahrtausend vor Christus zurückreichen und erfuhren außerdem, wie über lange kulturgeschichtliche Epochen hinweg weibliche und mütterliche Seiten Gottes neben den männlichen beachtet und geehrt wurden. Dabei gingen uns viele Fragen durch den Kopf, wie zum Beispiel, ob es angemessen sei, sich Gott nur als Mann vorzustellen, wie es die Bibel an vielen Stellen beschreibt, als Herrn, König, Richter oder Herrscher?
Auf der anderen Seite wissen wir alle, dass Mann und Frau nach dem Abbild Gottes geschaffen wurden und dass daher das Bild Gottes nicht nur von männlichen, sondern auch von weiblichen Zügen geprägt sein muss. Verblüffend aber auch gleichzeitig bemerkenswert fanden wir die zahllosen Mythen um mächtige weibliche Gottheiten mit ihren Lebenspartnern, die sich weit vor der Entstehung des Christentums in den antiken Kulturen rankten.
Worin besteht denn nun die Gottebenbildlichkeit? Manche Menschen sehen sie im aufrechten Gang, andere wiederum
in der zum Tier unterschiedlichen Gestalt des Menschen. Oder ist es die unsterbliche Seele des Menschen, in der wir
ein Abbild Gottes zu sehen glauben?
Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Gott und kein Gottesbild ähnelt dem anderen, deshalb kann Gott meist
nur in Bildern und Metaphern beschrieben werden.
Nun ist jedem frei gestellt, ob er Gott männlich oder weiblich ansieht, was jedoch an der Wirkungsweise Gottes nichts ändern wird.
Zur Abrundung unserer Exkursion sangen wir gemeinsam das lateinische Lied:
Ubi caritas et amor Deus ibi est
d.h. übersetzt: Wo die Güte und die Liebe wohnt, ist Gott
Dies war für uns alle eine aufschlussreiche neue Erfahrung in Bezug auf Gott und wir gingen alle mit der Feststellung nach Hause, dass Gott vielfältig, beziehungsreich, lebensnah und wandlungsfähig ist.
Judith Assimus